04. Februar 2017

Teil des Gedächtnisses der rheinischen Kirche lagert in Hochregalen aus Stahl


Das neue Archivmagazin der rheinischen Kirche ist eröffnet. Als „Luftröhrenschnitt“, der die Funktionsfähigkeit des zentralen Archivs im Düsseldorfer Landeskirchenamt sichert, bezeichnet Archivdirektor Dr. Stefan Flesch den Umbau der Johanneskirche in Moers zu einem Speziallager für Archivgut.

In rund einem Jahr wurde in den Bau aus den 1960er Jahren ein vierstöckiges stählernes Hochregalsystem eingezogen, das künftig 8000 Regalmetern Archivalien Platz bietet.

Im Januar wurden bereits 1900 Meter Aktenordner und Archivkartons aus der Landeshauptstadt an den Niederrhein befördert; 160 der 600 landeskirchlichen Archivbestände gehen nach Moers. „Die Einrichtung ist auf Zukunft ausgelegt, eine strategische Reserve für die nächsten 30 Jahre“, betont Flesch. Zwar sei in Zeiten der Digitalisierung künftig mit einem geringeren Papieranstieg zu rechnen. Eine Ersatzdigitalisierung sei jedoch ein beachtlicher Kostenfaktor. Zur Veranschaulichung: Allein ein Regalmeter fasst rund 10.000 Blätter. „Für die nächsten Jahre rechnet sich das nicht.“

An der Bismarckstraße in Moers-Meerbeck lagert künftig eine bunte Mischung aus Verwaltungsakten des 20. Jahrhunderts, Akten landeskirchlicher Einrichtungen, aus Vereinsarchiven, Nachlässen und Sammlungen. „Bestände, die eher selten genutzt werden“, sagt Flesch. Denn die Außenstelle wird nur etwa einmal in der Woche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Düsseldorf angesteuert, ansonsten bleiben die Türen verschlossen.

1,4 Millionen Euro kostete der Umbau, der das Äußere der Johanneskirche unverändert ließ. „Inspiration haben wir uns unter anderem in Essen geholt“, sagt Flesch. Dort zog das Bistumsarchiv vor einigen Jahren in die ehemalige Christophorus-Kirche im Stadtteil Kray.

Mehr als 50 Jahre lang war die Johanneskirche in Moers-Meerbeck ein Ort für Gottesdienste und Gemeindeleben. Nachdem die Gemeinde die Kirche aus Kostengründen aufgeben musste, beheimatet sie nun einen Teil des „Gedächtnisses“ der rheinischen Kirche. Der trapezförmige Bau hat eine Größe von rund 400 Quadratmetern, die höchste Regalebene liegt 9,80 Meter über dem Kirchboden.

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland nutzt heute einen Sitzungstermin in Düsseldorf, um einen Abstecher zum neuen Archivmagazin zu machen.

Auf www.archiv-ekir.de ist ab kommender Woche einzusehen, welche Archivbestände in Moers-Meerbeck untergebracht sind.





Zurück