03. April 2017

„JesusArt“ – Kreuzweg mit dem Blick auf die Fragen der Zeit


Der Jugendkreuzweg „JesusArt“ stellt in diesem Jahr farbenfrohe Straßenkunst in den Mittelpunkt. Am kommenden Freitag, dem Freitag vor Palmsonntag, beten wieder zehntausende junger Christinnen und Christen den ökumenischen Kreuzweg der Jugend - auch im Saarland.

Die Stationen des Kreuzwegs sind in diesem Jahr Straßenkunst. Sie stammen ursprünglich aus einem Projekt mit Firmlingen in der St. Maria Magdalena Gemeinde im Bistum Münster. „Wir freuen uns sehr, dass die Bilder aus unserer Aktion heraus weiter gewachsen sind und nun bundesweit den Kreuzweg weitertragen. Es sind Lebenssituationen, die Jugendliche mit ihren je eigenen Fragen verbinden“, erläutert Kaplan Christian Olding aus der Gemeinde. Die farbenfrohen Bilder entstehen durch das Besprühen und Bemalen von Schablonen. „Diese sogenannte Stencil Art ist Straßenkunst im besten Sinne, die Bilder sind wie die Texte und Musik des Jugendkreuzwegs prophetisch geprägt. Sie stehen für die Art Jesu ein, zu einem anderen Hoffen und Handeln zu ermutigen. Diese Kreuzwegsituationen lenken den Blick auf Probleme unserer Zeit, die junge Leute beschäftigen. Das sind etwa Fragen nach Frieden und einer gerechteren Welt“, erläutert Alexander Bothe, Geschäftsführer des Jugendkreuzwegs. „Durch das Leiden führt der Kreuzweg Jesu auf Ostern zu. Er setzt darum auch mitten in diesen unruhigen Zeiten ein Zeichen der Hoffnung in der Lebenswirklichkeit Jugendlicher“, ergänzt Michael Freitag, Referent der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej).

 

Beim Auftaktgebet mit dabei war auch Mika Springwald aus Osnabrück, der als Künstler und Sozialarbeiter das Firmprojekt begleitete. Er griff am Freitagabend erneute zur Spraydose und ließ als Teil des Kreuzweggebetes im Pfarrheim gemeinsam mit den Mitbetenden nach und nach neue Bilder entstehen. Als auf Pflastersteine gesprayte „Kreuz-Zeichen“ symbolisierten sie die Kreuzpunkte im eigenen Leben.

 

Der Jugendkreuzweg 2017

Erstmals sind die Texte zu den sieben Stationen des Jugendkreuzwegs durch Impulsfragen und O-Töne aus einem interaktiven Gottesdienst für Jugendliche ergänzt worden. Zu jeder Station haben junge Youtuberinnen und Youtuber Filmclips als Dialog mit den Bildern entwickelt. Als Musik stehen zwei verschiedene Stile zur Auswahl, moderne geistliche Musik und elektronische Popmusik mit HipHop. Alle Inhalte gibt es auch in der erstmals angebotenen interaktiven App „JesusArt“ für Smartphones und Tablets. Die App ermöglicht mit der „Administrator-Prayer-Version“ das Gebet in der Gruppe zu beten oder kann als „Single Prayer“-Variante auch als persönliche GebetsApp genutzt werden. Passend zur Kunstform enthält der Materialkoffer auch eine Schablone mit Sprühkreide. Alle Materialien sind zugleich als Bausteine nutzbar, wie in Geldern mit je individuellen Impulsen aus dem Vorbereitungsteam den eigenen Kreuzweg „vor Ort“ entstehen zu lassen.

 

Die Tage zum Auftakt des Jugendkreuzwegs begannen in dieser Woche damit, dass auch der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster SDB, zur Spraydose griff. Jugendbischof Oster nutzt die App auch zum persönlichen Gebet. Der ökumenische Jugendkreuzweg 2017 ist für ihn „eine wunderbare Gelegenheit, sich zu seinem Glauben zu bekennen“ und das Zeichen des Kreuzes mitten in unserer Welt sichtbar werden zu lassen. In einem Video-Clip, der auf der Homepage des Bistums Passau abrufbar ist, zeigt der Bischof, was hinter „JesusArt“ steckt.

 

Die zahlreichen Materialien und die Texte wurden von einem ökumenischen Redaktionsteam gemeinsam entwickelt. Plakate, Text- und Liederhefte, Noten und weitere Materialien wie Sprühschablonen und auch Faksimiledrucke sind über den Webshop des Jugendhauses Düsseldorf sowie über www.jugendkreuzweg-online.de erhältlich. Dort sind ebenfalls Zusatzmaterialien und frühere Kreuzwege zu erhalten. Sie sind ganzjährig am Stück oder als Bausteine für Exerzitien, Andachten, Gebetsimpulse oder Gruppenstunden einsetzbar. Die App ist über die bekannten Stores zu beziehen.

 

1958 begann der Jugendkreuzweg als „Gebetsbrücke“ zwischen jungen katholischen Christinnen und Christen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Seit 1972 wird er ökumenisch gebetet. Heute überbrücken die gemeinsamen Worte Konfessionen, Gesinnungen und Generationen. Mit jährlich knapp 60.000 Teilnehmenden gehört der Jugendkreuzweg zu den größten ökumenischen Jugendaktionen. Auch in den Niederlanden, Österreich und in deutschsprachigen Teilen von Luxemburg, Belgien und der Schweiz sowie in vielen deutschsprachigen Auslandsgemeinden weltweit beten junge Christinnen und Christen jedes Jahr neu in dieser Tradition.

 

Träger des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend sind die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej), die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).



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