31. Mai 2017

Vortrag im Rahmen der Ring-Vorlesung „Reformatiom. Konfession und Wissenschaft


Im Rahmen der Ring-Vorlesung „Die Reformation zwischen Revolution und Renaissance“ spricht Kaspar von Greyerz am Mittwoch, 31. Mai, um 19 Uhr im Lesecafé der Stadtbibliothek in, Gustav-Regler-Platz 1, zum Thema: „Reformation, Konfession und Wissenschaft“

Der Vortrag wird sich vor allem den möglichen längerfristigen kulturellen Folgen der Reformation im Bereich des Wissens und der Wissenschaft zuwenden. Er wird sich zunächst kritisch mit der These beschäftigen, die Folgen des religiösen Umbruchs des 16. Jahrhunderts hätten im Bereich der Alltagsreligiosität und in der Wissenskultur eine „Entzauberung der Welt“ mit sich gebracht. Sodann wird es um die sog. Physikotheologie gehen, eine um 1650 einsetzende, europaweite intellektuelle Bewegung, und speziell um die Frage inwieweit wir es dabei mit einem spezifisch protestantischen Phänomen zu tun haben. Die Physikotheologen waren bemüht, die grundsätzliche Übereinstimmung der biblischen Überlieferung mit der neuen Wissenschaft nachzuweisen. Im letzten Teil des Vortrags wird die Frage im Zentrum stehen, ob es wissenschaftlich überhaupt legitim ist, Phänomene des späteren 17. und des frühen 18. Jahrhunderts wie die Frühaufklärung, mit der die Physikotheologie eng verbunden war, kausal mit der Reformation zu verknüpfen.

Kaspar von Greyerz ist emeritierter Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Basel



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