17. Mai 2017

Zum Reformationsjubiläum inszenieren die urbanauten in Saarbrücken einen „Schwarm“


Im Rahmen des Reformationsjubiläums inszenieren die urbanauten am Samstag, 20. Mai, einen urbanen Schwarm in Saarbrücken. Start ist um 17 Uhr 03. Wer teilnehmen möchte, kann sich per SMS unter der Nummer +49 177 17 89 209 und mit dem Stichwort „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ anmelden.

„Schon seit meiner Konfirmation war der evangelische Glaube für mich neben anderen Inspirationen wichtig. Das Protestantische, also das Widerständige, Aufsässige, auch Hinterfragende, verändern Wollende ist mir bis heute geblieben. Auch der Mut die Mächtigen herauszufordern, wenn sie Mist bauen, im Wissen, dass da schon jemand ist, der auf mich aufpasst“, sagte Benjamin David von den urbanauten. Unter dem Motto „Aus der Kutte springen“ inszeniert die Initiative aus München am Samstag, 20. Mai, im Rahmen der Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in Saarbrücken einen urbanen Schwarm. Das Kunstprojekt wurde jetzt in einem Pressegespräch im Staatstheater in Saarbrücken vorgestellt.

Die urbanauten übertragen mit Hilfe mobiler Kommunikations-technologie Themen wie Freiheit, (Selbst-) Verantwortung, Wahrheit, Miteinander, Demokratie, Gleichheit in ein Kunst-format – an dem sich alle beteiligen können. Die urbanauten kommunizieren während des Happenings per SMS, Facebook oder Twitter. Aber auch die Teilnehmenden können so mit den urbanauten Kontakt aufnehmen. Bis zu 120 Minuten kann der Flashmob dauern und wird sich durch die Saarbrücker Innenstadt ziehen.

„Ich habe mich zuvor nicht viel mit Martin Luther oder der Reformation beschäftigt. Letztlich wurde ich jedoch positiv überrascht, wie übertragbar die Themen in die heutige Zeit sind und welche Bedeutung die Reformation für die Gesellschaft hatte“, erläutert Clara Muth von den urbanauten. In der Vorbereitung des Schwarms habe sie viele interessante Geschichten in Saarbrücken gefunden. „Vielleicht können wir den Saarbrückern noch ein paar unbekannte Aspekte ihrer Stadt offenlegen und neugierig machen, tiefer zu gehen“, ergänzt David.

Professorin Gabriele Langendorf, Rektorin der Hochschule für Bildende Künste (HBK Saar) stellte die Kooperationspartner vor, die an dem Kunstprojekt beteiligt sind: Neben der HBK sind das die Hochschule für Musik (HfM Saar), das Saarlandmuseum, die Landeshauptstadt Saarbrücken und das Saarländische Staatstheater (SST). Sie hat gemeinsam mit Kirchenrat Frank Matthias Hofmann, dem Beauftragte der evangelischen Kirchen im Saarland, die Arbeitsgruppe geleitet, die die urbanauten eingeladen hat.

„Aus der Kutte springen heißt für uns: Die heute auf der Straße liegenden Themen mit den Augen Gottes versuchen anzusehen und aufzugreifen“, sagte Hofmann.  „Ganz bewusst wollen wir mit diesem in Deutschland einmaligen Format einen Kontrast setzen und verlassen die gewohnten Gleise, um ein jüngeres Publikum anzusprechen. Auch das bedeutet aus der Kutte springen: Den kirchlichen Dunstkreis bewusst zu verlassen und uns auf öffentlichen Plätzen den Themen der Reformation und den Herausforderungen der heutigen Zeit zu stellen.“

Superintendent Christian Weyer, Sprecher der Steuerungsgruppe, die das Reformationsjubiläum im Saarland verantwortet, dankte der Arbeitsgruppe für ihr Engagement sowie den Sponsoren, die den Schwarm unterstützen: der Vereinigten Volksbank eG, dem Verband der Saarhütten und der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Ich bin gespannt, wie es gelingt, die Inhalte des Reformationsjubiläums auf diese ungewöhnliche Weise auf die Straßen und Plätze der Stadt zu bringen.“, betonte Weyer.


Start für den Schwarm ist um 17 Uhr 03. Wer teilnehmen möchte, kann sich per SMS unter der Nummer +49 177 17 89 209 und mit dem Stichwort „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ anmelden. Sie erhalten dann eine Bestätigungs-SMS, der Startpunkt wird den Angemeldeten am Tag der Veranstaltung frühzeitig per SMS mitgeteilt.

 Weiterführende Informationen unter
www.reformation2017-saar.de
www.facebook.de/reformation2017saar
www.urbanaut.org

Der urbane Schwarm mit den urbanauten in Saarbrücken ist möglich durch die Unterstützung der Vereinigten Volksbank eG, des Verbandes der Saarhütten und der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Über die urbanauten


Die urbanauten sind eine Initiative aus München, die sich mit den Themen Stadtentwicklung und öffentlicher Raum auseinandersetzt. Seit 2003 machen sie durch unkonventionelle Ideen und Aktionen auf sich aufmerksam. Im Sinne einer Denkfabrik und eines Stadtlabors organisieren sie öffentliche Debatten, Kunst- und Kulturprojekte, Stadtforschung und Stadtkonzepte für und in öffentlichen Räumen.

Das Kunstformat des urbanen Schwarms haben die urbanauten unter anderem  im Rahmen des internationalen Theaterfestivals SPIELART unter dem Motto “Moment of Starlings” umgesetzt. Anlässlich der Eröffnung der Münchener Opernfestspiele 2011 luden die urbanauten zu einem urbanen Happening samt Opernhausbesetzung ein. Einige Projekte wie der aktuell stattfindende Kulturstrand oder der Corso Leopold haben sich inzwischen zu einer festen Institution in München entwickelt. So verwandelt der Corso Leopold die Leopoldstraße zusammen mit dem Streetlife Festival in ein großes Kulturfest, bei dem zweimal im Jahr mehrere 100.000 Menschen den öffentlichen Raum in der Stadt München zurückerobern können. Im Rahmen des Freiluftsupermarkts Freiham setzen die urbanauten im Jahr 2016 gemeinsam mit Partnern ein integratives Stadtentwicklungskonzept um. Mit dem seit 2014 jährlich stattfindenden Kunst- und Kulturprojekt „Play Me, I’m Yours“ werden spezielle Plätze und Unorte in ganz München durch ein kreativ gestaltetes Klavier temporär aufgewertet, um Orte für Begegnung und Interkation zu schaffen. Unter dem Motto „Mehr Platz für alle“ verschriften die urbanauten in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie in Tutzing und vielen weiteren Partnern aus München einen alternativen Stadtentwicklungsplan.

Weiterführende Informationen unter
www.urbanaut.org
www.facebook.de/dieurbanauten





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