07. August 2020

30 Jahre Weltladen „Kreuz des Südens“ in Saarbrücken


Ein Jubiläum kann in diesem Jahr der Weltladen „Kreuz des Südens“ in Saarbrücken feiern. Am 1. Juli 1990, also fast genau vor 30 Jahren, eröffnete das Fachgeschäft für den Fairen Handel in der Evangelisch-Kirch-Straße 6 seine Türen.

Im Jahr 2002 zog der Laden dann gleich um die Ecke ins „Haus der Umwelt“. Getragen wird er vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein. Eigentlich sollte das Jubiläum im September mit zahlreichen Aktionen gefeiert werden. Doch die Corona-Pandemie hat dies erst einmal verhindert. In der Mitgliederversammlung des Vereins Mitte Juli, wurde jetzt beschlossen, die Feierlichkeiten neu zu planen, sobald es wieder möglich ist.

Der Laden konnte im letzten Jahr den Umsatz leicht steigern, wie Friedrich Eisenhut aus dem Vorstand berichtete. Verkauft wurden fair gehandelte Waren im Wert von rund 133.000 Euro. „Vor allem hochwertiges Kunsthandwerk wurde nachgefragt“, sagt Gudrun Krug, die mit anderen zusammen im Laden für den Einkauf verantwortlich ist. „Dazu gehören Klangschalen aus Nepal, Schals aus Vietnam oder Foutas, das sind schöne Handtücher, aus Indien. Auch Lebensmittel wie Tee, Kaffee, Gewürze oder Schokolade lief gut. Der Verein unterstützt mit seinem Gewinn auch in diesem Jahr wieder zwei kleine Projekte: die Erdbebenhilfe einer Kirchengemeinde in Peru und den Verein „Hilfe für Tororo Uganda“, damit Kinder dort während der Corana-Pandemie Lernmaterialien erhalten.  

In den letzten 30 Jahren haben über 200 Ehrenamtliche dem fairen Handel im „Kreuz des Südens“ in Saarbrücken ein Gesicht gegeben: Sie absolvieren Woche für Woche den sogenannten Ladendienst, sorgen für den Einkauf und die Präsentation der Waren, sie kümmern sich um die Finanzen und nicht zuletzt die Bildungsarbeit. Denn Hauptziel des Trägervereins ist es bis heute, beim Verkauf von fair gehandelten Waren über die ungerechten Welthandelsstrukturen zu informieren. Dazu gab es in den 30 Jahren auch zahlreiche Veranstaltungen, etwa zu den Bedingungen, unter denen Kleidung in den armen Ländern der Welt produziert wird, zu fair gehandelten Fußbällen oder der Globalisierung.

Einen ersten Weltladen gab es in Saarbrücken schon seit Anfang der 70er Jahre, damals in der Kaiserstraße in einem Ladenlokal der Evangelischen Kirche. Es ist eine Erfolgsgeschichte geworden: „Der Faire Handel der Weltläden ermöglicht vielen Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika ein sicheres und menschenwürdiges Einkommen“, sagt Eisenhut, der von Anfang an mit dabei ist.  Fair gehandelte Produkte gibt es mittlerweile in über 40.000 Supermärkten, Discountern und Bioläden, darüber hinaus verwenden mehr als 20.000 Cafés und Restaurants Lebensmittel aus Fairem Handel. „Weltläden hingegen setzen sich für ein anderes Miteinander der Akteure entlang der Lieferkette der Waren ein – wobei der Mensch im Mittelpunkt steht, und nicht der Profit“, betont Eisenhut. Mit ihrem Warenangebot, ihrer Bildungsarbeit und den politischen Kampagnen zielten Weltläden auf einen gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

 

 





Zurück