11. März 2020

Coronavirus: Aktualisierte Empfehlungen


Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland hat seine Handlungsempfehlungen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus‘ aktualisiert. Vizepräsident Dr. Johann Weusmann, leitender Jurist und Chef des Landeskirchenamt, hat u. a. alle Gemeinden informiert:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die nordrhein-westfälische Landesregierung hat heute Nachmittag weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus‘ bekanntgegeben. Dazu gehört das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Bei besonderen Risiken können die zuständigen örtlichen Behörden auch Veranstaltungen mit weniger Besucherinnen und Besuchern verbieten. Näheres dazu hier. Wir gehen davon aus, dass weitere Bundesländer analog verfahren werden.
 
Wir nehmen dies zum Anlass, unsere Empfehlungen für die gesamte Evangelische Kirche im Rheinland – unabhängig vom Bundesland – zu aktualisieren. Dabei ist uns wichtig, dass unser Tun und Lassen nicht Panik schüren, sondern Sicherheit im Umgang mit den Herausforderungen geben soll:
 
Grundsätzliches
 
Die Verantwortung dafür, ob Veranstaltungen einer Kirchengemeinde stattfinden, liegt vor Ort beim jeweiligen Presbyterium. Für öffentliche Einrichtungen wie zum Beispiel Kindertageseinrichtungen gelten die Anweisungen der örtlich zuständigen Gesundheitsbehörden. Auch für Veranstaltungen von Gemeinden, Einrichtungen etc. empfehlen wir, die Anweisungen der staatlichen Behörden bezüglich öffentlicher Veranstaltungen zu befolgen.
 
Beachten Sie im Alltag wie in Gottesdiensten und bei anderen Veranstaltungen bitte die Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts, die auch für den herkömmlichen Grippeschutz gelten: eine gründliche Hände-Hygiene, sich möglichst nicht ins Gesicht fassen, Niesen in die Armbeuge, auf direkten Körperkontakt wie Händeschütteln verzichten, Abstand halten – insbesondere von Erkrankten – und gute Belüftung der Räume. Die zehn wichtigsten Hygienetipps finden Sie auf einem Poster zum Aushängen.
 
Gottesdienst und Abendmahl
 
Verzichten Sie bis auf Weiteres auf den Händedruck zur Begrüßung oder Verabschiedung. Gleiches gilt für den Friedengruß beim Abendmahl und das mögliche Handreichen zum Segen am Ende des Gottesdienstes.
 
Mit Blick auf das Abendmahl empfehlen wir, vorübergehend auf den Gemeinschaftskelch zu verzichten und nur Einzelkelche verwenden. Wo dies nicht möglich ist, können dann auch nur Brot/Oblaten gereicht werden.
Naturgemäß bedeutet die Austeilung von Brot/Oblaten Kontakt über Hände. Um diesen zu minimieren, ist es denkbar, dass die Teilnehmenden die Patene/den Korb mit Brot/Oblaten hingehalten bekommen und sich selbst Brot bzw. Oblaten nehmen. Dabei ist darauf zu achten, dass die einzelnen Stücke so liegen, dass nicht mehrere gleichzeitig berührt werden können.
 
Von der bislang von uns empfohlenen Intinctio (also das Eintauchen der Oblate in den Kelch) raten wir ab, weil das Eintauchen einer Oblate, die zuvor länger in den Händen gehalten wurde, auch ein höheres Infektionsrisiko birgt als Einzelkelch oder die reine Austeilung des Brotes.
 
Es ist auch vertretbar, vorübergehend komplett auf die Feier des Abendmahls zu verzichten. Auf diese Weise müssen Besucherinnen und Besucher von Gottesdiensten keine Entscheidung treffen, ob sie am Mahl teilnehmen oder nicht. Das kann insbesondere für jene eine Entlastung sein, denen die Mahlfeier am Herzen liegt, die aber aus Angst vor dem Virus an einer angebotenen Mahlfeier nicht teilnehmen und dabei ein schlechtes Gewissen gegenüber Gott haben.
 
Menschen in die Gebete einschließen
 
Schließen Sie bitte die Erkrankten ebenso in Ihre Gebete ein wie auch die vielen Menschen in Kliniken, Arztpraxen, Rettungsdiensten, Behörden etc., die derzeit im Einsatz sind, um die Gefahren durch das neuartige Virus zu minimieren, die Bevölkerung zu schützen und erkrankte Menschen zu behandeln.“




Zurück