19. September 2020
Michael Hilka, Pfr. zu einem aktuellen Thema:

Endlich wieder Feste!


Ich habe schon oft gehört, das Christentum sei eine freudlose Religion. Doch solch ein Pauschalurteil wird ihm sicherlich nicht gerecht.

Auch wenn es Zeiten wie die Passionszeit gibt, in denen man sich auf das konzentrieren soll, was wirklich zählt, nämlich das eigene Verhältnis zu Gott – und dafür braucht man Ruhe und einen Rahmen, in dem man abschalten kann -, so gibt es doch auch dies: viele Feste! In meiner Gemeinde stehen jetzt zum Beispiel die Konfirmationen und das Erntedankfest vor der Tür. Die werden zwar dieses Jahr wegen Corona anders gefeiert werden, aber sie werden gefeiert! Und das ist gut so.

Auch Jesus war aller Wahrscheinlichkeit nach ein Gast auf vielen Festen. Seine Gegner bedachten ihn

deshalb sogar mit den Spottnamen „Fresser“ und „Weinsäufer“ (Matthäus 11,19). Und wie heißt es so schön? In jedem Spott steckt sicherlich auch ein Fünkchen Wahrheit. Ich sehe ihn etwa auf der Hochzeit zu Kana, wo er Wasser in Wein verwandelt haben soll (Johannes 2,1-11), bildlich vor mir.

Feste spielen in der Bibel eine große Rolle. Ein frommer Jude wie Jesus hat selbstverständlich daran teilgenommen. In dieser Tradition steht nun auch das Christentum und mit ihm unsere Kirche. Was wäre ein Jahr ohne die christlichen Feste wie Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Konfirmation, Weihnachten? Sogar die Menschen, die den christlichen Hintergrund dieser Feste, an denen sie ja in der Regel frei haben, nicht mehr kennen, so feiern sie sie auch und nehmen diese Auszeiten vom Alltag gerne an – braucht der Mensch sie doch.

Feiern wir also die Feste, wie sie fallen. Und wenn wir dabei auch noch Jesus im Blick haben, dann steht über allem sogar sein Versprechen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,20.)


Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Michael Hilka, Pfr.
Vorsitzender des Presbyteriums
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821-8530




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