27. Mai 2019

„Hier fühlt man sich Gott nah“


Die Stephanuskirche in Böckweiler ist die „Kirche des Monats Mai“ der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa). Das älteste romanische Kirchengebäude des Saarlandes liegt im Unesco-Biosphärenreservat Bliesgau und an einem Pilgerweg nach Santiago de Compostela.

„Hier fühlt man sich Gott nah“

 
 

Die Kirche wird für Gottesdienste genutzt, für Hochzeiten und als Pilgerstätte. Aber auch kunstgeschichtlich Interessierte kommen: Die drei Konchen, die den Chorraum abschließen, sind beinahe einzigartig in der deutschen Kunst- und Kulturgeschichte. Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung KiBa fördert die Sanierung der Stephanuskirche mit 10.000 Euro.

Derzeit ist das Gebäude leer, der Fußboden ist aufgegraben und eine Drainage eingebaut worden. „Hier war alles so feucht, dass die Bausubstanz gefährdet war“, sagt Presbyterin Marliese Rauch. Sandsteinplatten sollen auf dem Boden neu verlegt werden. Auch die Elektrik wird größtenteils erneuert. „In Kürze wird außerdem ein Gerüst aufgebaut, um den Innenraum zum Teil neu zu verputzen“. 192.000 Euro sind für diese Arbeiten veranschlagt.

Die Ursprünge des Bauwerks in Böckweiler gehen auf das 11. Jahrhundert zurück. Urkundlich erwähnt wird das Gotteshaus erstmals im Jahr 1149 als Priorat des Klosters Hornbach. In dieser Zeit entstand auch der Chorturm, der sich auf vier Pfeilern erhebt, an denen sich die drei Konchen wie Kleeblätter an drei Seiten anlehnen.

Spenden für die Sanierung des Gebäudes sammelt die Gemeinde bei Kirchenführungen, Konzerten und Ausstellungen. Auch Fotos von der Stephanuskirche werden verkauft, ebenso wie kleine Pilgermuscheln aus Holz, in denen die Kirche als Miniatur eingebaut ist. Der Einsatz lohnt sich unbedingt, meint Marliese Rauch. „Wir haben Besucherbücher ausliegen, die zeigen, was unsere Gäste hier empfinden: Diese Kirche ist ein Ort der Stille und der Kraft. Hier fühlt man sich Gott nah.“





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