04. Oktober 2022

Roland Rixecker und Merziger Ukraine-Hilfe erhalten ersten Freiheitspreis der Ev. Kirchen im Saarland


Der saarländische Antisemitismusbeauftragte Prof. Roland Rixecker und das Ukraine-Hilfsteam der Evangelischen Kirchengemeinde Merzig erhalten den ersten Evangelischen Freiheitspreis Saar.

Mit dem Preis werden Einzelpersonen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich aus christlicher Überzeugung heraus durch besonderes Engagement um Kirche und/oder Gesellschaft verdient gemacht haben.

Der 71-jährige Rixecker habe sich als Präsident des saarländischen Verfassungsgerichtshofs immer wieder im freiheitlichen Sinne in Fragen des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat geäußert. Die Jury lobte insbesondere auch Rixeckers ehrenamtliche Tätigkeit als Antisemitismusbeauftragter. In dieser Funktion habe Rixecker sich vorbildhaft im interreligiösen Dialog mit den jüdischen Geschwistern und als Anwalt für deren Rechte engagiert.

In Merzig hatte sich unmittelbar nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine in der Evangelischen Kirchengemeinde ein 40-köpfiges Team zusammengefunden, um die Kriegsflüchtlinge in Merzig willkommen zu heißen. Über vier Monate lang, von März bis Juni, boten sie jeden Mittwoch ganztätig und niedrigschwellig Hilfe an, etwa bei der Unterstützung von Behördengängen, durch Kinderbetreuung oder mit der kostenlosen Ausgabe von Lebensmitteln und Drogerieartikeln. 200 bis 300 Geflüchteten, vor allem Frauen und Kindern, konnte so jede Woche geholfen werden.

Der Evangelische Freiheitspreis Saar wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des Reformationsempfangs der Evangelischen Kirchen im Saarland am 31. Oktober in der Saarbrücker Ludwigskirche. Zukünftig wird er einmal im Jahr von den Evangelischen Kirchenkreisen und Kirchenbezirken im Saarland ausgeschrieben.

 

Zum Freiheitspreis:
Die Evangelischen Kirchen im Saarland schreiben seit 2022 jährlich den „Evangelischen Freiheitspreis Saar“ aus. Mit dem Preis wird eine Einzelperson oder Gruppe ausgezeichnet, die sich beispielsweise durch besonderes Wirken aus christlicher Motivation in der Kirche, in der Ökumene, im Dialog der Religionen oder in bzw. für die Gesellschaft auszeichnet. Auch wer mit seinem Einsatz dazu beiträgt, die Vernetzung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen voranzubringen oder der bzw. die für ein im Glauben begründetes Anliegen eintritt, kann für den Preis vorgeschlagen werden. Hintergrund ist die „Evangelische Freiheit“, die auch Martin Luther in seiner Rechtfertigungslehre betont hat: Im Glauben, dass Gott sie liebt, werden Menschen frei, andere zu lieben und Gutes zu tun. Der Preis ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert.

Der Freiheitspreis wird jedes Jahr im Rahmen des Reformationsempfangs der Evangelischen Kirchen im Saarland am 31. Oktober verliehen.

Der Evangelische Freiheitspreis Saar wird 2022 finanziell von der Wilhelm-Schrader-Stiftung unterstützt. 





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