23. August 2019

Wie ein Gemälde von „Herrn Käthe“ ins Büro der Sparkassenpräsidentin kam


Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann übergab Sparkassenpräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider ein Bild von Katharina von Bora, der Ehefrau Luthers und einer Frau, die mit Geld umgehen konnte.

Evangelischer Glaube und gutes, nachhaltiges Wirtschaften gehören zusammen. Das wusste nicht nur bereits Anfang des 20. Jahrhunderts der Soziologe Max Weber, sondern das ist auch für die derzeitige saarländische Sparkassenpräsidentin, Cornelia Hoffmann-Bethscheider, etwas, was zusammengehört: Sie ist überzeugtes katholisches Gemeindeglied,  nahm als berufenes Mitglied aus der Politik an der Trierer Synode teil und ist ökumenisch orientiert. Dies zeigt sich an regelmäßigen Kontakten zum Evangelischen Büro des Saarlandes, auch über ihre Zeit als SPD-Landtagsabgeordnete hinaus, wo Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann und sie des Öfteren beruflich miteinander zu tun hatten.

„Bei einem der letzten Kontaktbesuche“, so erzählt Kirchenrat Hofmann, „sah ich ein Foto von Papst Franziskus über der Bürotür von Frau Hoffmann-Bethscheider hängen. Gewitzt schlug ich vor, um den „konfessionellen Proporz“ zu wahren, dass das Evangelische Büro Saarland ihr ein Foto von Katharina von Bora schenkt.“ Die ehemalige Landtagsabgeordnete und Neunkircher Landrätin griff den Vorschlag freudig auf, so dass Anfang August das Bildnis Katharinas nach einem Gemälde von Lucas Cranach mit einer Sondergenehmigung der Wittenbergstiftung, die die Rechte an dem Bild hat,  überreicht werden konnte. Seitdem ziert auch das Bildnis von Boras den Büroraum und teilt sich die Bürowand mit Papst Franziskus. „Beide Bilder wurden so aufgehängt, dass sie in dessen Richtung zugewandt schaut“, freut sich Hofmann.

Der Grund, ein Bildnis Katharinas einer Frau zu schenken, deren Profession das treuhänderische Verwalten und solides, transparentes  Vermehren von Geld ist, erklärt Hofmann so: Gutes Wirtschaften war Martin Luthers Stärke nicht uns so überließ er, nach seiner Hochzeit mit der vormaligen Nonne Katharina von Bora  am 13. Juni 1525, ihr jegliche Gelddinge in seinem Haushalt. „Mit gutem Grund kann man sagen, dass seine Frau, die er respektvoll und aufgrund ihrer Durchsetzungsfähigkeit „Herr Käthe“ nannte, ihm Familie und Existenzgrundlagen zusammenhielt“, so Hofmann.

In der ersten Zeit lebte das Ehepaar Luther in bescheidenen Lebensverhältnissen. Später zahlte der Kurfürst aus seiner Kasse Luther ein Jahresgehalt von 200 Gulden. Da Luther immer viele Gäste hatte, denen er bei seinen berühmten Tischreden reformatorische Grundansichten vermittelte, und auch Studenten, die seine Zitate zur Weiterverbreitung aufnotierten, beherbergte, war ein großer Haushalt zu führen, bei dem schließlich ungefähr zehn Bedienstete helfen mussten. Die Beherbergung von Studenten auch im eigenen Haushalt erbrachte auch ein Salär, das verwaltet werden musste. Katharina Luther hat letztendlich einen mittelständischen Betrieb geführt und die Abrechnungen machte sie, gemeinsam mit Veit Dietrich. „Aus historischen Quellen wissen wir, dass sie mit ihm ab und an auch kräftig stritt, wenn er ihrer Meinung nach zu nachlässig mit Gelddingen umging“, erklärte der Kirchenrat bei der Bildübergabe. Ebenso braute sie (ein leichtes!) Bier vom Hopfen aus eigenem Anbau in ihrem Hausgarten, womit auch Gäste bewirtet wurden. Was übrig blieb, wurde verkauft, um zum Lebensunterhalt der großen Familie beizutragen.

Katharina von Bora konnte Lesen, Schreiben, Singen und etwas Latein. Ihre Bildung als Frau, was zur damaligen Zeit leider eine Seltenheit war, erhielt sie im Augustinerinnen-Chorfrauenstift St. Clemens in Brehna und im Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma. Sie war schon immer in der evangelischen Kirche hoch angesehen und es war bekannt, dass sie Luther „den Laden“ wirtschaftlich zusammenhielt.

Kirchenrat Hofmann ist froh, dass die Bedeutung der Frauen für die Reformation stärker ins Bewusstsein der Menschen kommt: Im Reformations-Jubiläumsjahr 2017 hat die Evangelische Kirche im Rheinland eine auch in der Ludwigskirche Saarbrücken gezeigte Ausstellung zu Frauen in der Reformation konzipiert. So wurde einer größeren Öffentlichkeit erstmals bewusst, welchen großen Anteil auch Frauen an der Entstehung und Umsetzung der Reformation in Deutschland hatten, nicht nur, aber eben auch an prominenter Stelle Katharina von Bora. Im Saarland lautet der Name des Neubauprojektes des Geschäftsfeldes Seniorenhilfe der Stiftung Kreuznacher Diakonie in Neunkirchen „Wohnpark Katharina von Bora“, woran diese Wertschätzung ebenfalls abzulesen ist.

Dass ihr Bildnis nun neben dem des Papstes hängt, so Hofmann erfreut, zeige einen Teil des Credos von Sparkassenpräsidentin Kornelia Hoffmann-Bethscheider: Glaubwürdiges Leben in der Nachfolge Jesu, ökumenische Orientierung und ökologisch nachhaltiges, verantwortliches Wirtschaften gehören zusammen.





Zurück