20. Mai 2019

Gott, du wirst mir den Weg zeigen


Das Herz der deutschen Liedermacher scheint wieder schwer und voller Sehnsucht. Mit Max Giesingers Song „Reise“, in dem er feststellt: „So laufen die Jahre und irgendwann kommen wir an…“ leben wir zwischen den Sonntagen Jubilate und Kantate.

Oder einem der letzten Lieder „Schon so lang unterwegs, mein Kopf will immer nur weiter, mein Herz sagt, dass ich Zuhause vermiss“ - die singende Sehnsucht nach Beständigkeit, Ankommen und ewig „sein und bleiben“ zieht sich seit Monaten durch die Charts der Radiosender.

Das Gefühl der Schnelllebigkeit, und manchmal auch Austauschbarkeit von Menschen und Erfahrungen, macht Angst und hinterlässt die Suchenden mit dem Wunsch, was oder wer bleibt eigentlich im Leben, aber auch im Sterben?

 Ich stoße beim Aufräumen des Kellers auf ein altes Kalenderblatt, das irgendeinen Dezember schmückte. „Du wirst mir den Weg zum Leben zeigen und mir die Freude deiner Gegenwart schenken. Aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück“ Psalm 16,11 (nach der Übersetzung Neues Leben). Auch ein Lied, uralt, geschrieben in Zeiten anderer Umbrüche und Fragestellungen. Was meinen Glauben besonders prägt sind Lieder und die Gewissheit, dass die die Suche nach Halt, Trost und Ewigkeit Menschen in jeder Zeit umtrieben hat und wir auch bis heute täglich nach Antworten suchen. Ich selbst frage mich immer wieder, ob ich der Gewissheit des Psalmbeters in meinem Alltag mit Studium, Familie, Ehrenamt und Arbeit gewachsen bin. Gott, du wirst mir den Weg zeigen, Freude und ewiges Glück schenken. Ich will es hoffen. Hoffen und vertrauen, dass Gott mein Lied, mein Gebet hört und meine Gedanken versteht. Ich erinnere mich, wie Gott oft in vielen Facetten spürbar da war und wie er auch hoffentlich zukünftig als Schöpfer, Erlöser und belebende Kraft mein und dein Leben begleitet, trägt und hält- bis wir ankommen.

 

Diakonin Christiane Poersch
Pfaffenkopfstr. 114
66125 Saarbrücken
Tantefrieda74@gmx.de





Zurück