11. Juli 2019

Schon ersten Honig geerntet


Das Kinderhaus der Diakonie Saar in Saarbrücken-Malstatt hat seit Frühsommer zwei Bienenvölker. Die Patenschaft dafür hat der Imkerverein Saarbrücken übernommen

Beverly ist begeistert. Sie ist fast immer dabei, wenn es zu den Bienenkästen geht -  auch diesmal. Unweit des Kinderhauses unterhalb eines Spielplatzes ist es gelungen, auf einer abgeschlossenen Grünfläche einen Platz für die zwei Bienenkästen, sogenannte  Beuten, zu bekommen. Dank einiger Sponsoren konnten die zwei Völker, die Schutzanzüge und auch die für die Imkerei benötigten Materialien finanziert werden.

Rundum summt es.  Die Bienen fliegen aus und ein. Beverly hat schon gelernt, dass sie keine Angst vor den Bienen haben muss: „ Sie stechen nicht.“ Trotzdem zieht die elfjährige zur Sicherheit immer einen Schutzanzug an.  „Einmal ist uns ein Volk  ausgeschwärmt“, erzählt sie. „Der ganze Himmel war voll Bienen.“ Zum Glück sei es gelungen, das Volk wieder einzufangen und zurück in den Stock zu bringen. 

"Zwei schöne Völker“

Beraten und geschult, wie so ein Bienenvolk zu führen ist, werden die Kinder und die Mitarbeitenden des Kinderhauses vom Imkerverein Saarbrücken. „Ihr habt zwei schöne Völker“, sagt Willi Ludt. Er hat vorsichtig die Beute geöffnet und eine Wabe entnommen. Sie ist schon zur Hälfte mit Honig gefüllt. Die Bienen hängen daran. „Der Platz ist ideal“, stellt er fest, da in den umliegenden Gärten genügend Pflanzen und Bäume blühen.


„Ein Bienenstock besteht aus mehreren Waben, die sich wiederum aus einer großen Anzahl aus sechseckigen Zellen zusammensetzen. Baustoff für die Bienenwaben ist Wachs. Dieses produzieren Bienen mit sogenannten Wachsdrüsen im hinteren Teil ihres Körpers“, erklärt Ludt den drei Kindern, die mit zu den Bienenkästen durften:  Beverly, Alysha und Abduhl-Hasib. Die Vereinsmitglieder haben festgestellt, dass  Kinder immer weniger über die Insekten wissen. „Wir wollen den Kindern aufzeigen, wo der Honig herkommt“, erzählt Monika Gleser-Palzer „und so Interesse für die Imkerei  wecken.“

Die ökologischen Zusammenhänge darstellen

Das trifft das Interesse von Carsten Freels, Mitarbeiter im Kinderhaus. „Die Kinder lernen hier fürs Leben. Die Erfahrungen mit den Bienen vergessen sie nicht“, sagt er. Wichtig ist ihm auch, die ökologischen Zusammenhänge darzustellen. „Die meisten Gefahren für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind menschengemacht.“ Drei Viertel der Insekten seien in den letzten Jahren verschwunden. „Wenn wir das Insektensterben aufhalten wollen, müssen wir weg von der industriellen Landwirtschaft und dem großflächigen Einsatz von giftigen Chemikalien.“ Dafür will er die Kinder, aber auch ihre Eltern sensibilisieren.

Das Kinderhaus Malstatt bietetein umfassendes Bildungs– und Betreuungsangebot, um für die Kinder des Saarbrücker Stadtteils frühzeitig Zugang zu Bildung und damit Chancengleichheit zu ermöglichen. Gemeinsam wollen Kinder, Eltern und Mitarbeitende demnächst den Bienenlehrpfad im Heidegarten im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken besuchen, der vom Imkerverein betrieben wird. Und ein Kinobesuch ist in Planung: Der Film „Die Wiese - das Paradies von nebenan“ zeigt das Zusammenleben der Pflanzen und Tiere auf einer blühenden Sommerwiese.

 

„Wir konnten auch schon den ersten Honig ernten“, erzählt Beverly stolz. Das war noch sogenannter Presshonig. Doch sie freut sich schon darauf, wenn der erste Honig geschleudert wird. Die Mitarbeitenden im Kinderhaus planen aber noch mehr mit den Erzeugnissen der Bienen: „Wir werden Wachs einschmelzen, Kerzen ziehen und Probolis zur Salbenherstellung gewinnen“, sagt Freels.





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