24. Januar 2022

Zentraler Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Kölner Dom


Im Kölner Dom hat am Sonntag der zentrale ökumenische Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zur Gebetswoche für die Einheit der Christen statthgefunden.

„Wir lernen in der Ökumene andere Sichtweisen, wir lernen unter-schiedliche Zugänge zur Theologie und zur Glaubenspraxis kennen. Und wir lernen, wenn wir genau hinschauen und aufmerksam zuhören, die ganz konkreten Erfahrungen der anderen kennen“, erklärte der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) beim zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am Sonntag im Kölner Dom. Ökumenisch Christsein bedeute, „sich mit dem Kontext unserer Brüder und Schwestern vertraut zu machen, wo immer sie leben. Das tun wir in jedem Jahr anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen“, so der Vorsitzende der ACK. Christsein sei auch und gerade in der Ökumene „eine Lebensschule des Lernens, des Aufeinander-Hörens und des Miteinander-Aufbrechens“.

Bedeutung des Judentums in Deutschland

Weihbischof Rolf Steinhäuser, zugleich Apostolischer Administrator der Erzdiözese Köln, wies darauf hin, dass die Gottesdienstteilnehmer im Kölner Dom durch den Dreikönigsschrein direkt mit dem diesjährigen Motto der Gebetswoche „Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ in Verbindung kämen. Als Sinnbild dieses Sterns war zudem eigens für den zentralen Gottesdienst ein großer, dreidimensionaler „Herrnhuter Stern“ gut sichtbar angebracht worden. Gleichzeitig hob Weihbischof Steinhäuser die Bedeutung des gewachsenen christlich-jüdischen Dialogs und „die bleibende Verbundenheit mit dem Judentum“ hervor. Für Köln ist die erste jüdische Gemeinde in Deutschland seit 1700 Jahren belegt.

Oberkirchenrätin Barbara Rudolph lud als Vertreterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dazu ein, den Stern Jesu im eigenen Leben zu sehen.

Erzpriester Miron, Weihbischof Steinhäuser und Oberkirchenrätin Rudolph feierten den zentralen Gottesdienst gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern  der ACK in Deutschland sowie der ACK in Nordrhein-Westfalen und der ACK in Köln. Das Motto sowie die Auswahl der liturgischen Texte stammten diesmal von Christen aus dem Nahen Osten. Dies kam auch bei der musikalischen Gestaltung zum Ausdruck, woran der Komitas-Chor der Armenischen Gemeinde Köln und der Byzantinische Chor Bonn beteiligt waren. Insgesamt waren wegen der Corona-Bestimmungen nur rund 170 Personen beim Gottesdienst im Kölner Dom zugelassen. Darunter war auch eine Delegation der Kölner Sternsinger. Der Gottesdienst wurde simultan in die Gebärdensprache übersetzt, damit Hörbehinderte den Wortlaut verstehen konnten.

Wachsende Verbindung mit Evangelischer Allianz

Im Rahmen des zentralen Gottesdienstes übergab der Vorsitzende der ACK dem Vorsitzenden der Evangelischen Allianz, Pastor Ekkehart Vetter, eine Statue, in der Kreuz und Fisch vereint sind. Diesen „Staffelstab“ hatte Miron erst eine Woche zuvor beim Abschluss der Allianzgebetswoche in München erhalten. Während der Gebetswoche für die Einheit der Christen befand sich die Skulptur in Obhut der ACK. Beim zentralen Gottesdienst erhielt ihn die Evangelische Allianz schließlich zurück. Miron und Vetter erklärten, dass so eine Gebetswoche in die nächste übergegangen sei. „Dieser Übergang fand nicht nur terminlich statt, sondern auch geistlich und inhaltlich. Gemeinsam kommen wir zu Gott und beten für die Einheit der Christen und der Kirche“, betonte Miron.

Freiheit, Frieden, Solidarität

Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wohnte dem zentralen Gottesdienst bei und sprach in dessen Rahmen ein Grußwort. Dabei wies sie darauf hin, dass das Motto der Ökumene „Einheit in der Vielfalt“ fast wortgleich mit dem Motto der Europäischen Union „Einheit in Vielfalt“ sei. „Um diese Einheit zu erreichen, setzen wir in beiden Fällen gemeinsame Werte wie Freiheit, Frieden und Solidarität in einer aus unterschiedlichen Kulturen und Sprachen zusammengesetzten Union in den Fokus“, betonte Reker. Die Kölner Oberbürgermeisterin wünschte allen Kölnerinnen und Kölnern unabhängig von ihrer Glaubensgemeinschaft, „dass ihre Möglichkeit, in Einheit und Vielfalt zu leben, ihnen die Kraft gibt, die wir in diesen beschwerlichen Zeiten brauchen.“

Zum Abschluss des Gottesdienstes pilgerten die Gottesdienstteilnehmer unter Einhaltung des Abstandsgebots nacheinander zum Dreikönigsschrein. Dadurch brachten sie zum Ausdruck, dass sie alle gemeinsam unterwegs zu Jesus Christus sind.

Der Gottesdienst kann weiterhin über die Mediathek unter www.domradio.de abgerufen werden. Die Predigt von Erzpriester Radu Constantin Miron ist hier verfügbar.





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